Natürlich wird bei dieser Spurensuche keine Lupe benutzt. Höchstens mal durch das Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs wird gespäht, um den Feind ausfindig und dann plattzumachen. Die Hintergrundgeschichte hat in Bad Company 2 einen weitaus ernsteren Unterton als in Teil 1, dennoch lockert unsere Crew das Geschehen immer wieder durch jede Menge witzige Dialoge auf. Da haben wir auch schon den ersten Aspekt, der Bad Company 2 von Modern Warfare 2 abhebt: die Geschichte.
Während man bei Modern Warfare 2 im Endeffekt das Gefühl hat, zusammenhanglos von Auftrag zu Auftrag gehetzt zu werden, um irgendein Missionsziel zu erfüllen, wird hier alles durch teilweise filmreife In-Game-Zwischensequenzen zusammengehalten, welche die Handlung vorantreiben. Die Geschichte ist zwar kein anspruchsvoller Überflieger und auch die Charaktere sind nichts, was Shakespeare beeindrucken würde, aber sie sind auf Hollywood-Blockbuster-Niveau und sorgen für eine bessere Dramaturgie und Atmosphäre.
Alles andere als monoton
Außerhalb der Zwischensequenzen erwartet euch ein First-Person-Shooter, der vor allem durch seine Abwechslung glänzen kann. Wie es sich für ein Spiel dieses Kalibers gehört, gibt es natürlich intensive und packende Gefechte, sei es im Dschungel, in der Wüste, auf verschneiten Bergen oder in zerbombten Städten. Aber das ist nicht alles. Hinzu kommen Passagen, in denen ihr aus dem Laderaum eines Trucks ballert, mit einem Panzer unterwegs seid, euch durch ein mit Blendgranaten vermintes Gebiet schlagt oder den Kollegen unter die Arme greift. Zum Beispiel indem ihr bei Gewitter als Scharfschütze den Weg freiräumt und immer nur dann ballern dürft, wenn es donnert, damit der Schuss im Krach untergeht und ihr unentdeckt bleibt.
Das sind nur ein paar der kleinen unterschiedlichen Aufgaben, die im Spiel auf euch warten. Insgesamt erlebt ihr eine schöne Mixtur aus intensiven Momenten, in denen man angespannt vor dem Bildschirm sitzt, und ruhigeren Passagen, bei denen man einfach mal durchatmen kann und den Charakteren seine Aufmerksamkeit schenkt.
Neben der etwas ernsteren Geschichte hat sich im Vergleich zum Vorgänger aber noch ein wenig mehr verändert. Während die Levels in Teil 1 eher offen waren und ihr als Spieler selbst die Wahl hattet, welche Route ihr nehmt, ist Teil 2 doch sehr linear und schlauchartig. Gerade mal ein Level stach hervor, in dem man sich auf der Karte sehr frei bewegen und die Reihenfolge der drei verfügbaren Ziele selbst festlegen durfte. Schade, dass dies ein Einzelfall blieb.
Kein Ego-Shooter ohne Waffen
Natürlich gibt es auch in Bad Company 2 eine Menge Waffen. Allerdings könnt ihr immer nur zwei davon mit euch schleppen, ergänzt durch Granaten oder Sprengsätze. Welche das sind, bleibt aber euch überlassen. Um an neue Waffen zu kommen, sammelt ihr sie von gefallenen Gegnern auf oder ihr findet sie an bestimmten Stellen im Level. Sobald ihr eine neue Waffe eingesammelt habt, ist sie permanent in eurem Arsenal. An Ausrüstungskisten, die sporadisch innerhalb der Levels verteilt sind, könnt ihr dann auswählen, welche Schießeisen ihr mitnehmt, und eure Munition aufstocken.
Was wäre Battlefield ohne Fahrzeuge? Genau, es wäre kein Battlefield. Zwar ist die starke Fokussierung auf den Einzelspielermodus eigentlich nicht Battlefield-typisch, aber wenn der so gut ist, ist das auch egal. Wenn man im Panzer sitzt und dank Frostbite-Engine 2.0 Häuserwände wegfetzt, dann kommt schon ordentliches Schlachtfeldgefühl auf. Nicht nur der große metallene Koloss muss als fahrbarer Untersatz herhalten, auch mit dem Boot, einem Jeep oder auch einem ATV geht es über Stock und Stein. Aufgrund der schlauchartigen Levelstruktur aber nur dann, wenn es das Spiel für euch vorsieht.